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Von ihrem “Leben an der Seite von Carlos”, dem über zwei Jahrzehnte meistgesuchten und weltweit gefürchteten Terroristen Illich Ramírez Sánchez erzählt Magdalena Kopp in diesem Buch. Und sie tut dies über weite Strecken ebenso abgeklärt wie anschaulich, mit einem klaren Blick für den tragischen „Irrweg des Terrorismus“.
„Gewalt, in jeder Form“, schreibt Kopp in ihrem Vorwort, "ist kein Mittel, die Welt zu verändern“. Heute sei es ihr beinahe unbegreiflich, wie sie damals gelebt habe. In die Terrorszene -- so muss man es sagen -- „hineingeraten“ ist die Autorin über die „Revolutionären Zellen“, mit denen sie 1969 in Frankfurt in Kontakt kam. Deren Strategie, mit ausschließlich gegen Sachen gerichteten Anschlägen „ein Zeichen gegen den amerikanischen Imperialismus zu setzen“, erschien ihr „zu dieser Zeit durchaus legitim“. Kopp ging in den Untergrund, lernte den „Alpha-Mann“ Carlos kennen, der sie mit seinem Charme und seiner Überzeugungskraft umgarnte. Als sie erkannt habe, was für ein Mann dieser Carlos wirklich war, habe sie geglaubt, schon „zu tief in die ganze Sache verstrickt“ zu sein, um noch zurückzukönnen. Und so blieb sie -- insgesamt dreizehn Jahre.
Von dieser Zeit vor allem, sowie der Zeit im Gefängnis, aber auch von ihrer Kindheit in Neu-Ulm und ihrem Leben in Berlin und Frankfurt in den sechziger Jahren handelt Kopps selbsttherapeutische Bilanz, die vor allem als eine solche lesenswert ist, und erst an zweiter Stelle als ein -- gewiss ebenfalls sehr interessantes --Dokument der Zeitgeschichte. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de
