Wer die Zeche zahlt ...: Der CIA und die Kultur im Kalten Krieg

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Wer die Zeche zahlt ...: Der CIA und die Kultur im Kalten KriegDer CIA und die Kultur, das lässt nichts Gutes erwarten. Verkörpert der amerikanische Geheimdienst doch gemeinhin die schmutzigen Seiten des Kalten Krieges wie Attentate, Umsturzversuche und Spionage. George F. Kennan ist da anderer Ansicht: "Dieses Land (die USA) hat kein Kulturministerium, und der CIA musste diese Lücke, so gut es ging, schließen. Man sollte ihn dafür loben, nicht kritisieren." Die CIA als selbstloser Mäzen. Zu schön, um wahr zu sein?

Kennans Urteil kommt nicht von ungefähr. Der amerikanische Diplomat und Historiker ist eine der Hauptpersonen in Wer die Zeche zahlt, Frances Stonor Saunders' akribisch recherchiertem Buch über die verdeckte Kulturförderung durch den US-Geheimdienst. Das Herzstück dieser geheimen Kampagne war der "Kongress für kulturelle Freiheit", der in den Jahren 1950-1967 von dem CIA-Agenten Michael Josselson geleitet wurde. In ihrer Glanzzeit verfügte die Organisation über Außenstellen in 35 Ländern. Sie veröffentlichte mehr als 20 angesehene Zeitschriften, veranstaltete Kunstausstellungen, besaß eine eigene Nachrichtenagentur, organisierte spektakuläre internationale Konferenzen und richtete Preisverleihungen und öffentliche Kulturveranstaltungen aus. Ziel war es, der sowjetischen Propaganda Paroli zu bieten und schwankende Linksintellektuelle von den Vorzügen des "American Way" zu überzeugen, ohne dass die US-Regierung dabei als Geldgeber in Erscheinung trat.

In diesen Kulturkampf flossen enorme Summen, deren Herkunft und Verwendung noch immer nicht restlos geklärt ist. Saunders, deren Buch in weiten Teilen auf privaten Dokumenten und Gesprächen mit Zeitzeugen, darunter auch Josselsons Witwe basiert, spürt diesen Geldern nach und enthüllt die tiefe Verstrickung westlicher Intellektueller in den CIA-Kulturapparat. Über Erfolg oder Misserfolg eines Künstlers entschied nicht mehr allein sein Talent, entscheidend war vielmehr die korrekte Haltung zum Kalten Krieg. Hierin liegt für Frances Saunders der eigentliche Skandal dieser CIA-Operation. --Stephan Fingerle

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